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Jörg Weidinger gewinnt den KW-Berg-Cup auf BMW

Glück und Pech wechselten sich in der Saison 2015 ab.

Weidinger oberhallau seb 142Eine Saison mit viel “Auf und Ab” hat Rennfahrer Jörg Weidinger vom MSC am Tegernsee hinter sich. Der hauptberufliche Fahrzeugtechnik-Ingenieur von der BMW M GmbH feierte die erfolgreiche Titelverteidigung im KW-Berg-Cup auf dem BMW 318i STW, hatte viel Pech im der VLN Langstreckenserie auf dem Nürburgring und beim 24 Stunden Rennen, fuhr aber nebenher mit einem Rolls-Royce ein sensationelles Bergrennen in Goodwood/England.

Tanz auf mehreren Hochzeiten
Dass man durchaus auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig ganz gut tanzen kann, bewies der zweifache Berg-Europameister in diesem Jahr. In seiner Paradedisziplin, dem Bergrennen, bewies er wieder mal seine fahrerische Extra-Klasse. Mit einem gut 300 PS starken BMW 318i STW des Teams Rottenberger-Motorsport aus Unterfranken verteidigte er seinen Titel im KW-Berg-Cup wieder erfolgreich. Damit schrieb er sich nun schon zum dritten Mal in Folge in die Meisterliste ein. In jedem Rennen, in dem er an den Start ging, holte er in überlegener Manier den Sieg. Nicht umsonst wird Jörg Weidinger von seinen Fans auch “König der Berge “ genannt.

Glück und Pech in der VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring
Zusammen mit seinen Fahrerkollegen Michael Schrey (Wallenhorst) und Uwe Ebertz (Fleisbach) startete Jörg Weidinger in dieser Saison auch wieder für das Team Scheid-Motorsport aus Kottenborn in der Eifel im BMW M235i Racing-Cup. Nürburgring-Urgestein Hannes Scheid baute für die Saison 2015 das Vorjahresauto komplett neu auf. Dass der alte ”Ringfuchs” dabei ein Meister seines Faches ist, zeigte sich gleich beim ersten Rennen. Im über 20 Autos starken Feld mit dem Geist der Serie entsprechend absolut gleichwertigem Material, bei dem Lackaustausch während des Fahrens durchaus BMW M 235 i Weidinger Foto Peter Elbertzur Tagesordnung gehört, landete Jörg Weidingers Team überlegen auf dem ersten Platz. Auf diesen Sieg folgte beim zweiten Lauf sofort der nächste Treffer -
Weidinger BMW M 235 1 Peter Elbert
wieder Trainingsbestzeit und Sieg!
Besser konnte die Saison nicht losgehen…
Doch damit war das Rennglück für diese Saison nahezu aufgebraucht. Während in den Qualifyings meist Jörg Weidinger oder Michael Schrey das Auto auf Pole-Position stellen konnten, war in den Rennen oft der berüchtigte “Wurm” drin. Kleinere technische Defekte wechselten sich mit unverschuldeten Unfällen ab.
Nur noch dreimal konnte gepunktet werden. In fünf der zehn Rennen ging Jörg Weidinger leer aus. So reichte es am Ende der Saison nur für den 7. Gesamtrang - was für den ehrgeizigen Rennfahrer sicher nicht das erwünschte Ergebnis war.

24 Stunden-Rennen Nürburgring
Dass die Nürburgring Nordschleife in diesem Jahr nicht unbedingt zu den Freunden von Jörg Weidinger gehörte, zeigte sich auch im traditionellen 24 Stunden - Rennen. Vor gut 200.000 Zuschauern fuhr Jörg Weidinger wieder einmal die schnellste Trainingszeit mit seinem BMW M235i. Zusammen mit seinen Fahrerkollegen führte das Team 16 Stunden lang das Rennen an - bis ein Ausrutscher von Uwe Ebertz auf einer Ölspur mit anschließendem Leitplankeneinschlag für eine lange Reparaturpause sorgte. Im Team Scheid-Motorsport war man froh, das Auto dann aber doch noch in Wertung ins Ziel zu bringen. “Wenn Du Trainingsschnellster bist, dann 16 Stunden lang führst, dann ist so ein Abflug wie ein KO - Schlag” - Originalton Jörg Weidinger.


 

Im Auftrag “seiner Majestät” im Rolls-Royce in Goodwood
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Jedes Jahr lockt das traditionelle Goodwood-Festival Of Speed hunderttausende von Zuschauern auf die britische Insel. Alles was je im Auto- und Motorradrennsport Rang und Namen hatte, gibt sich hier ein Stelldichein der Superlative. Zu diesem Rennen kann man nicht einfach als Fahrer seine Nennung abgeben - hierzu muss man vom Besitzer der Rennstrecke, dem Earl of March, persönlich eingeladen werden.
Eine Einladung zu diesem Rennen ist für einen Rennfahrer so was wie der Ritterschlag oder die Erhebung in den “Renn-Adelsstand”.
Jörg Weidinger war ganz überrascht, als er von seinem Arbeitgeber einen Anruf erhielt, dass er für das Rennen 2015 nominiert wäre. Aber noch größer war die Überraschung, als er erfuhr, mit welchem Auto er an den Start gehen sollte. Als Mitarbeiter der BMW M GmbH lag es doch nahe mit einem Produkt aus dem eigenen Hause zu starten - aber weit gefehlt - die Konzerntochter Rolls-Royce fragte ganz höflich in München an, ab nicht dieser “damned fast German Hillclimb-Racer” das königliche Gefährt namens Rolls-Royce Wraith möglichst schnell den Berg in Goodwood hochfahren könnte - wenn möglich natürlich vor der britischen Konkurrenz aus dem Hause Bentley. Man stelle sich einmal vor, ein Rolls-Royce Coupe ausgestattet mit allem erdenklichen Luxus - gut zwei Tonnen schwer, dafür aber auch ca. 600 PS stark, im Feld von 30 so erlauchten Boliden wie Ferrari FX, Lamborghini Hurracan, Porsche 918 Spyder oder Maserati MC Stradale.
Doch Auftrag ist Auftrag - und wenn es um die Ehre der britischen Konzerntochter geht, versteht auch ein echter Bayer bzw. Franke, so gar keinen Spass mehr. Zur Überraschung aller und vor den Fernsehkameras der Live-Übertragung gelang es Jörg Weidinger, das mächtige Rolls-Royce Wraith Coupe dermaßen spektakulär den Berg hochzujagen, das den Britischen Fans nur noch ein andächtiges “Oh my God - he is crazy” auf den Lippen blieb. Platz 6 mit dem mächtigen Rolls, und deutlich vor dem Erzrivalen Bentley, gesteuert von einem britischen Bentley-Werksfahrer…das kann sich sehen lassen. Zur abendlichen Siegerehrung auf dem Schloss des Hausherrn - Earl of March - fuhr Jörg dann ganz standesgemäß im Smoking - mit seinem Renn-Rolls vor - absolutly very british

“Dieses tolle Erlebnis in England und der erneute Meistertitel am Berg entschädigen mich nun doch sehr für all das Pech auf dem Nürburgring” so der Abschlusskommentar von Jörg Weidinger zur Rennsaison 2015.

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